03 – Die Solarpanels

03 – Die Solarpanels

Im diesem Beitrag widme ich mich voll und ganz dem Teil, der in meinen Augen am wichtigsten für ein autarkes Leben im Bus ist – der Energieversorgung. Zwar werde ich voraussichtlich auch Diesel und Gas als Energiequellen nutzen aber heute geht’s erstmal nur um Strom, speziell um meine Solarpanels und deren Montage auf dem Busdach.

Welche Panels?

Während meiner gesamten Planungsphase, die immerhin über ein Jahr andauerte, habe ich in regelmäßigen Abständen immer wieder Solarpanels verglichen, mich über die neusten Technologien informiert, hundertfach Watt in Ampere umgerechnet und letztendlich auf günstigere Preise gewartet. Gelandet bin ich zu guter Letzt  bei den »Hanwha Q Cells«-Modulen mit jeweils 330 W Leistung und einer Abmessung von 100 cm Breite sowie 168 cm Höhe – und davon insgesamt sechs Stück. Jetzt werdet ihr euch sicher fragen: »Was? Nur sechs? Wieso nicht mehr und wieso nur 330 W pro Modul?«  …NICHT 😀 Eher werdet ihr euch wohl fragen, wozu zur Hölle ich so viel Strom benötige. – Ganz einfach: Weil ich nicht vorhabe, mir einen Schönwetter-Wochenendcamper zu bauen sondern meine Wohnung zu kündigen und in den Bus zu ziehen. Den meisten üblichen Campern reichen sicher auch 200-600 Watt auf dem Dach, ich im Gegensatz möchte damit aber auch über den Winter kommen und brauche zudem Strom zum Arbeiten.

Hier das Datenblatt meiner Module.

Welche Abnehmer habe ich geplant?

Grundsätzlich kein Hexenwerk aber mit Backofen und Kochfeldern sind eben auch echte Monsterabnehmer dabei. Grundsätzlich war der Plan, wirklich alles im Bus elektrisch zu betreiben. Da ich mit der Zeit und fortgeschrittener Recherche aber doch etwas Bedenken habe, im Winter ordentlich über die Runden zu kommen, habe ich bereits Heizung und Boiler als Dieselvarianten geplant und überlege, auch bei den Kochfeldern auf eine alternative Energiequelle zu setzen – Gas in diesem Fall. Damit ihr einen besseren Überblick bekommt, hier eine Auflistung meiner Abnehmer, die ich gern betreiben würde:

  • Licht: LED-Spots in der Decke
  • Licht: LED-Streifen an den Seiten als indirekte Beleuchtung
  • Licht: Wandleuchten
  • Mikrowelle mit Backofenfunktion
  • Kochplatten
  • Wasserpumpe
  • Kaffeemaschine
  • Wasserkocher
  • Toaster
  • Kühlschrank
  • TV
  •  WiFi-Router
  • MacBook Pro
  • iPhone
  • optional: Fön
  • optional: Waschmaschine
  • optional: Spülmaschine

Wie ihr seht, plane ich ganz gemäß dem Motto »THINK BIG.« 😀 Aber das ist ja nur der grobe Plan und wie ich bereits auch oft feststellen musste, lässt sich sowas einfach nich zu Ende planen. Ob und wie am Ende alles funktioniert, stellt sich erst bei Praxistest heraus und werde ich auf meiner Ladeanzeige im Bus sehen.

Die Hauptkomponenten im Überblick:

  • 6 Solarmodule : 330 W, ~ 40V, Halbzellentechnologie, monokristallin, ~ 19,6% Wirkungsgrad
  • Tesla-Batteriemodul eines Tesla Model S: 5,3 kWh (~230 Wh), LiFePo4, 24 V
  • EasySolar 24 V/3000 – Kombigerät aus Wechselrichter,  Solarladeregler, Wechselstromverteilung, Control-Panel (24 V, 2400 W Ausgangsleistung, 70 A Ausgangsstrom)

Hier noch das Datenblatt des Victron EasySolar Kombigerätes.

Und zur besseren Übersicht auch noch ein Bild der Abnehmer:

Übersicht Stromabnehmer

Die Tesla-Batterie:

Sicher werdet ihr euch jetzt über die Batterie wundern und euch fragen, wie man auf die Idee kommt. Ganz einfach: Im Laufe meiner Recherche-Odyssee bin ich auf diverse Batterien gestoßen und hab stetig Preise verglichen. Gerade im Sektor Batterien, spezieller noch bei Lithium-Batterien, ist das enorm interessant da das Zeug echt scheiße teuer ist. Irgendwann bin ich jedenfalls auf diese besagten Tesla-Module gestoßen, die man in einigen Online-Shops sowie direkt bei eBay kaufen kann. Im Gegensatz zu handelsüblichen Wohnmobil- oder Solarspeicher spare ich mir hier sage und schreibe 2.500,- € bei gleicher Kapazität.

Kurzes Rechenbeispiel: Die Tesla-Batterie (wovon übrigens ganze 16 Stück in einem Tesla Model S stecken) hat mich etwa 1.500,- € gekostet. Würde ich mir vergleichbare LiFePo4-Blockbatterien kaufen, die direkt für diesen Zweck vorgesehen sind, hätte ich für etwa 250 Ah Kapazität stolze 4000,- € berappen müssen. Das war mir einfach zu fett.

Ein Problem gibt es dennoch mit diesen Tesla-Dingern: Zwar werden die salopp mit 24-V-Spannung angepriesen und scheinen damit perfekt für den Betrieb in einem üblichen 24-V-System wie meinem aber ärgerlicherweise beziehen sich diese 24 V auf die absolute Maximumspannung, was das Teil verträgt. Je nach Entladungstiefe darf die Batterie nur mit 18-24 V geladen werden und das stellt in meinem Fall ein riesiges Problem dar, weil der Victron-Inverter leider eine dermaßen tiefe Spannung nicht anbietet zum Laden. Dessen Spannweite geht zwar mit bis zu 30 V recht hoch aber dafür ist nach unten schon bei etwa 23 V Schluss. Ende vom Lied wäre, sich ein passenden BMS (Battery Management System) zu suchen/selbst zu bauen und das noch zwischen Wechselrichter und Batterie zu hängen. Da ich, auch wenn es hier teilweise nicht so scheint, absolut keine Ahnung von Elektonik habe, werde ich wohl oder Übel in den sauren Apfel beißen müssen und die überteuerte Variante von anderen Akkus wählen müssen. Es sei denn, ich finde noch jemanden, der besser im Stoff steht als ich.

Die Montage der Solarpanels:

Jetzt habe ich mich wirklich wieder total verquatscht. Eigentlich sollte sich dieser Beitrag nur um diesen Teil der Montage drehen 😀 Sei’s drum: Hier also die Art der Befestigung meiner Module auf dem runden Busdach. Auch hier war vorneweg wieder einiges an Hirnschmalz nötig um eine geeignete und vor allem sichere Befestigungsmöglichkeit zu finden. Fündig geworden bin ich schlussendlich bei Amazon und habe dort normale Dachaken bestellt, die auch als Solarmodulhalterung für normale Hausdächer dienen. Hätte ich einen Kastenwagen mit flachem Dach gehabt, wäre alles halb so wild gewesen aber das Problem des Busses war das gewölbte Dach.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mit diesen Dachaken haben wir die Module super stabil montieren können. Dazu haben wir einfach auf jede massive Metallstrebe (die gut an den Nieten auf dem Dach erkennbar waren), einen Haken geschraubt und darauf dann die Panels befestigt.

Hier die Haken, die wir dazu verwendet haben:

Dachhaken für Photovoltaik

Zusätzlich mussten wir zu den Dachhaken noch eine Art selbstgebaute Schraubzwingen basteln, da wir am Ende nicht mehr an alle Winkel zum verschrauben herankamen (kleiner Planungsfehler :D). Aber auch das hat wunderbar funktioniert aber schaut am besten selbst:

Zusammenfassung

Solarpanels sind allesamt auf dem Dach – fest, sicher aber noch nicht verkabelt. Insgesamt hat es eine unerwartet lange Arbeitszeit von etwa einer Woche gebraucht, die Dinger mit unserer Custom-Lösung auf’s Dach zu kriegen aber letztendlich bin ich super zufrieden und auch leicht überrascht, wie gut am Ende alles sitzt.

Hier ein kurzes Zeitraffer-Video der Montage:

Was wurde verwendet? – Eine Übersicht.

Und zu guter letzt noch ein echter Geheimtipp: Zwar nicht das Günstigste aber unheimlich effektiv und vielseitig einsetzbar. Hab das Zeug von einem Bekannten empfohlen bekommen und dichte seitdem vieles nur noch damit ab. Die Dichtmasse lässt sich super verarbeiten und ist im getrockneten Zustand wie Gummi:

So, das wars auch erstmal wieder von mir. Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim lesen oder konntet die ein oder andere Information gebrauchen 😉

Bis zum nächsten Beitrag. Stay tuned

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