Caravan Messe Düsseldorf

Wie bereits angekündigt, möchte ich euch heute berichten, wie es beim Caravan Salon in Düsseldorf (Link zur Website), der größten Messe weltweit seiner Art, war. Gestartet sind wir morgens halb 7, sodass wir gegen Mittag auf der Messe waren. Zurück ging’s dann abends gegen 19 Uhr.

 

Wider Erwarten haben wir es nicht mal ansatzweise geschafft, alle Hallen zu besuchen und alles anzuschauen, was wir uns vorgenommen haben. Okay, vielleicht liegt auch gerade dort das Problem: Wir hatten uns vorher gar nix vorgenommen und erst mittendrin bzw. danach festgestellt, was wir eigentlich gern besuchen wollten. Ein echtes Vorhaben diesbezüglich gab es also gar nicht. Was es allerdings schon gab, war die ungefähre Vorstellung über das, was wir erwarten und uns von der Messe erhofften. Das primäre Ziel war, neben unserem umfangreichen theoretischem Wissen auch die Praxis kennenzulernen und anhand von Beispielen unser Know-How zu erweitern. Allem voran war es sehr schön, die Größenrelationen kennenzulernen und einfach mal mitten drin zu stehen in fertigen Innenraumdesigns.

Schade fanden wir, dass sich die Bandbreite der verschiedenen Layouts der Innenräume auf ziemlich genau 2, höchstens 3, Varianten beschränkt 😀 Okay, es gab schon ein paar mehr Varianten und Abwandlungen aber erstaunlicherweise scheinen alle Hersteller durch die Bank weg das gleiche Standardlayout zu verbauen. Fast ausschließlich war zu bestaunen, dass sich die Fahrersitze zum dahinter liegenden Esstisch drehen ließen, hinter diesen eine kleine Sitzbank für zwei Personen folgte, an die sich die Nasszelle und das Bett anschloss. Gegenüber befand sich dann meist die Küchenzeile. Varianten dieses Designs waren oft eine weitere Sitzgelegenheit hinter dem Beifahrersitz, eine ablassbare Bettnische über dem Fahrerhaus oder sich gegenüberliegende Dusche und WC.

Standardlayout
Standardlayout scheinbar aller WoMo-Hersteller

Von Kreativität und Innovation war streckenweise nix zu erkennen. Aber gut, vielleicht auch nicht grundlos, zumindest aus praktischer und vor allem wirtschaftlicher Sicht. Klar ist, dass es bei einem bewährten Modell, welches sich ohne Probleme millionenfach verkauft, aus wirtschaftlicher Sicht keinen Anpassungsbedarf gibt.

Wir hätten uns jedenfalls gewünscht, nicht wirklich in jedem WoMo wieder diesen Einheitsbrei zu sehen. Anfangs war es durchaus noch interessant weil man sich vorher wirklich nicht intensiv damit beschäftigt hat aber schon nach kurzer Zeit und etwa zehn Modelle später, war es doch sehr ermüdend. Aber vielleicht haben wir die Hallen mit den geilen Scheiß abseits vom niederländischen Graukappen-Camper einfach nicht geschafft 😉 Die ein oder andere Erkenntnis war dennoch dabei und auch wenn es so klingt, als hätte sich der lange Weg nach Düsseldorf nicht gelohnt, haben wir trotzdem viel für unsere weitere Planung mitnehmen können. Wir haben fast alle Wohnmobile akribisch mit unseren Messgeräten ausgemessen und konnten ein gutes Raumgefühl gewinnen – eine der Hauptgründe unseres Besuches. Es geht eben um Kleinigkeiten: zu sehen, wie groß die Heizgeräte sind, wo und wie diese verbaut sind, welche Maße die Nasszellen, Betten oder Küchenzeilen und -geräte haben.

 

Auch Hubbetten gab es einige zu bestaunen, interessant waren hierbei vor allem die eingesetzten Techniken – entweder mit Winden und Sicherheitsgurten, die mittels eines kleinen Motors auf die Winde gewickelt werden oder einfach durch Motoren, die es entlang eines Schienensystems hoch- und runterfahren.

Hier ein Blick auf ein Hubbettsystem, welches wir auf der Messe gefunden haben, interessant dabei ist, dass es auch die Schränke unterm Bett mit hoch- und herunterfährt, quasi genau so, wie ich es bisher auch in meinem Layout geplant habe.

Und hier noch ein anderes System, basierend auf Sicherheitsgurten, welche auf eine motorbetriebene Winde gewickelt werden um das Bett hochzufahren.

Motor eines Hubbettsystems
Motor eines Hubbettsystems

Weitere tolle Erkenntnisse und Eindrücke waren …

  • dass es meine Ideen zum Multifunktionsisch weitestgehend schon gibt, sogar als Standardlösungen (was mich etwas deprimierte :D).
  • dass dies aber auch bedeutet, dass mein Tischschienensystem umsetzbar ist (wenn auch nicht mit einer einzelnen Schiene ;)).
  • kleine integrierte Outdoorküchen.
  • dass es allerhand verschiedene Kühlschrankarten gibt.
  • dass man in fast allen umgebauten Transportern komfortabel quer schlafen kann.
  • dass es möglich ist, seine autarke Versorgung autark zu gewährleisten.
  • dass die verbauten Heizungsanlagen ganz schon viel Platz wegnehmen.
  • dass alle professionellen Ausbauten irgendwie gleich aussehen und sich meist nur durch das Dekor und Furnier unterscheiden
  • dass ich froh bin, meinen Van später selbst gestalten zu können
  • dass wir keinen einzigen Umbau mit Waschmaschine gesehen haben.
  • dass die meisten Aussteller ihre Caravans doch tatsächlich so leicht gebaut haben, dass man immernoch über 700kg zuladen konnte.

 

Hier noch ein kurzes Video zur Veranschaulichung eines Multifunktionstisches, der in zwei Achsen verschoben werden kann:

Gerade das mit der Zuladung bereitet mir viel Kopfzerbrechen, da ich gemäß meiner groben Gewichtskalkulation schon jetzt deutlich über meinen 3,5 t-Gesamtgewicht liege und also wieder ordentlich einsparen muss. Heißt also, ich werde mich demnächst doch mal etwas intensiver mit Leichtbauweisen auseinandersetzen müssen. Aufgefallen ist jedenfalls, dass wir über die miese Qualität bei vielen Wohnmobilen sehr erschüttert waren. Teilweise platzte an allen Enden das Furnier ab, hinter den Fassaden waren Kabel stümperhaft verlegt, Verkleidungen sahen aus wie aus dem Werkenunterricht für Zweitklässler, alle Griffe und Beschläge waren aus Plastik und äußerst sensibel (und teilweise schon mit einem Handgriff herausgerissen :D). Vielleicht verwechsle ich gerade hochentwickelte Ultraleichtbauweise mit mangelnder Qualität aber das hätten wir bei negelneuen Ausstellerfahrzeugen für teilweise 150.000 € einfach nicht erwartet.

Pappelsperrholz für den Ausbau
ultraleichtes Pappelsperrholz für den Ausbau

Abschließend lässt sich sagen, dass sich der Besuch der Messe gelohnt hat, wir aber gern noch mehr gesehen hätten und uns sicher sind, dass die Zeit einfach zu knapp war, um vielleicht doch noch das ein oder andere Highlight zu entdecken. Pünktlich 18 Uhr wurden wir höflich vom Messegelände gekehrt und haben uns dann noch ein Radler in einer tollen Strandbar am Fluss gegönnt, bevor es wieder heimwärts auf die Autobahn ging.

Strandbar
Radler vor der Heimreise an einer tollen Strandbar

Im nächsten Artikel geht es dann um eine Kalkulation des Gewichtes meines Vans.

Teile mich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.