Die grobe Kalkulation der Kosten

Heute möchte ich euch mal nicht mit tollen bunten Bildern ködern, sondern euch bei meinen ersten Gedanken zu den Kosten des Projekts teilhaben lassen. Die nachfolgende Auflistung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit sondern ist eher ein Herantasten an die Frage, die viele von euch sicherlich am meisten interessiert: Wieviel kostet so ein Umbau eines Vans eigentlich?

Kostengrobkalkulation
Notizen meiner ersten groben Kostenkalkulation

Erstellt habe ich diese Grobkalkulation, indem ich einfach aufgeschrieben habe, was mir in den Sinn kam und danach mehrfach kontrolliert habe, ob ich Posten vergessen habe, was ich dennoch mit Sicherheit getan habe 😉 Natürlich sollte man deshalb immer einen ordentlichen Puffer einkalkulieren. Die Liste in meinem Notizbuch heißt übrigens »Limits«, nicht Kostenkalkulation, heißt also, mehr is auch nich drin. Sollte ich also merken, an einem oder mehreren Punkten zu überziehen, muss ich an anderen dafür einsparen.

Im Übrigen habe ich nix Gespartes, auf das ich zurückgreifen kann. Der Plan ist, einen Kredit aufzunehmen und diesen dann mit relativ kurzer Tilgungsphase von 4-5 Jahren wieder abzubezahlen. Das funktioniert natürlich nur mit hohen Rückzahlungsraten und dem erfolgreichen Gelingen, wirklich im Van zu leben um sich die monatliche Miete sowie Kosten meines momentanen Leasingautos zu sparen.

Zudem muss man bedenken, dass der Umbau eines reinen Urlaubscampers sicherlich ein ganzes Stück günstiger ist als ein komplett neues Zuhause.

Hier erstmal die grobe Kalkulation aus meinem Notizbuch:

  1. Basisfahrzeug:

 ≈ 10.000 €


  1. Umbauten:
  •  runde Bullaugenfenster á 40 € = 250 €
  • große Fenster á 500 € = 1.000 €
  • Drehkonsolen Sitze á 250 = 500 €
  • Beifahrersitz = 250 €
  • Dachträgersystem = 1.000 €

 ≈ 3.000 €


  1. Elektrik:
  •  3 Solarpanels á  400 € = 1.200 €
  • 3 Batterien á 600 € = 1.800 €
  • sonstige Geräte wie Spannungswandler etc. = 400 €
  • Kabel, Sicherungen, Verbindungen etc. = 100 €

 ≈ 3.500 €


  1. Wärme:
  •  Heizung = 1.500 €
  • Warmwasserboiler = 1.000 €

 ≈ 2.500 €


  1. Sanitär:
  •  Toilette = 500 €
  • Wassertanks á 150 € = 450 €
  • Duschwanne = 75 €
  • Waschbecken = 50 €
  • Armaturen = 125 €
  • Rohre, Dichtungen, Verbindungen etc. = 100 €

 ≈ 1.300 €


  1. Rohbau:
  •  Unterkonstruktionen = 250 €
  • Isolierung = 250 €

 ≈ 500 €


  1. Möbelbau:
  •  Holz = 750 €
  • Beschläge, Schrauben, Griffe etc.  = 250 €
  • Ausbaumaterial = 250 €

 ≈ 1.250 €


  1. Bett:
  •  Matratze = 250 €
  • Bettsystem Froli = 250 €
  • Hubsystem Bett = 1.500 €

 ≈ 2.000 €


  1. Polster/ Textilien:
  •  Schaumstoff = 100 €
  • Polsterstoffe = 200 €
  • Vorhänge: 50 €
  • Kleber, Tacker, Materialien = 50 €

 ≈ 400 €


  1. Küchengeräte:
  •  Kühlschrank = 700 €
  • Ofen = 500 €
  • Kochfläche: 150 €
  •  Waschmaschine = 150 €

 ≈ 1.500 €


  1. Technik:
  •  Boxen á 100 € = 500 €
  • Router = 100 €
  • TV: 400 €

 ≈ 1.000 €


== 25.150 €

Jetz haben wir den Salat: Als ich anfing, das Projekt zu planen, wollte ich eigentlich nicht mehr als 20.000 € investieren, allerdings war mein Vorhaben da auch noch nicht, komplett einzuziehen und darin zu leben 😉 Aufgrund dessen hab ich mein geplantes Budget schon hochgeschraubt und hätte auch in dieser Kalkulation einige Stellschrauben. Viel blöder find ich eigentlich, dass die 25.150 € gar nicht bei mir im Notizbuch stehen, irgendwie bin ich während des Schreibens wohl noch auf den ein oder anderen kleinen Posten gestoßen, der mir bisher verborgen blieb 😀 In meinem kleinen heiligen Büchlein stand bisher 24.200 € als Ergebnis 😉 Naja, jetzt wisst ihr auch, wieso man gut puffern sollte 😉

Einige von euch sind jetzt vielleicht erschrocken über die Summe meines geplanten Ausbaus aber, wie anfangs teilweise schon erwähnt, hängt es immer von der Art der Nutzung  und dem Einsatzzweck des Vans ab. Der Ausbau eines Campers, mit dem man jährlich  ein- oder zweimal in den Urlaub fährt, ist bei weitem nicht so kostenintensiv. Natürlich gibt es, je nach Typ, viele Einsparmöglichkeiten und Stellschrauben gegenüber meiner Liste oben. Allein der Versuch, fast komplett autark im Van zu leben, ist sehr kostspielig.

Hier mal ein paar Gedanken zum Nutzungsverhalten, den verschiedenen Typen und meine Schätzungen der Ausgaben (nur Umbau, ohne Basisfahrzeug):

  • Typ 1 »Urlaubscamper« (wenige Tage bis Wochen im Jahr, meist Campingplatz) ≈ ab 3000 €
  • Typ 2 »Digitale Nomaden« (dauerhaft aber Winter im Süden, teilweise Campingplatz) ≈ ab 7000 €
  • Typ 3 »Allrounder« (dauerhaft unter allen Witterungsbedingungen, autark) ≈ ab 11000 €

Einige Stellschrauben wären:

  • Isolierung/Heizung (Für welche Witterungen/Temperaturen ist es ausgelegt? –> große Unterschiede zwischen Typ 1, 2 und 3)
  • Solaranlage (Anzahl Panels, Anzahl/Art Batterien, 12V- vs. 24V-System etc.)
  • Wassertanks (Größe, Lage wegen Witterung etc.)
  • Geräte (fest eingebaute Kochflächen, Waschmaschine, Router etc. –> benötigt Typ 1 nicht)
  • Badezimmer mit Dusche (für Typ 1 komplett sinnfrei)
  • effiziente Wohnlösungen/Komfort (Typ 1 macht es sicher weniger aus, sein Sofa abends regelmäßig zum Bett umzubauen, auch wenn es etwas mehr Aufwand ist oder das Campingklo unter die Sitzbank zu schieben wenn es nicht mehr gebraucht wird 😉 )

Wie ihr seht, gibt es große Unterschiede im Nutzungsverhalten und den daraus resultierenden Kosten. Wichtig ist mir, bei Bedarf dort einzusparen, wo spätere Umbauten einfach zu bewerkstelligen sind. Gute Beispiele dafür sind, anfangs günstigere AGM-Batterien anstatt Lithium zu verbauen, ein Solarpanel weniger auf’s Dach zu montieren, anfangs kleinere Wassertanks oder das Froli-Bettsystem erst später nachzurüsten. Wer mit dem Name »Froli« nix anzufangen weiß, hier ein Bild und der Hestellerlink:

Froli Bettsystem
Alternative zum Lattenrost – Das Froli Bettsystem

Froli Bettsysteme für Camper

Und wer auch mit »Happijac«-Hubsystem nix anfangen konnte, hier auch gleich noch der Herstellerlink dazu, wenn wir schon dabei sind 😉

Happijac Bettlift

Für die Klickfaulen unter euch, hier kurz und knackig auch nochmal die Funktion- und Konstruktionsweise in einem Video, was ich gefunden hab:

So, ich hoffe, dieser Beitrag hat den Wissensdurst der Faktenliebhaber unter euch etwas gestillt. Damit verabschiede ich mich erst einmal wieder für heut und kündige schon mal den nächsten Artikel an: Ich fahre morgen nach Düsseldorf auf eine der größten Wohnmobilmessen der Welt und werd mich mal etwas umschauen dort. Es wird ein anstrengender Tag mit insgesamt etwa 10 Stunden Fahrt und ewigen Hin- und Hergelatsche, ich freu mich! 😀 Also bis später

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