Die Fahrzeugwahl

Eine der wichtigsten Fragen am Anfang ist natürlich die nach dem passenden Fahrzeug. Inspiriert von diversen Blogs und anderen Van Conversions hatten wir zu Beginn unserer Planungsphase nur »einfache« Transporter im Kopf. »Einfach« bezeichnet in diesem Fall Kastenwagen á la Mercedes Sprinter.

Suchkriterien für mich sind:

  • Basisfahrzeug um die 10.000 €
  • max. 150.000 km Laufleistung
  • möglichst kein Baustellen- oder Paketdienstleisterfahrzeug
  • keine Fenster hinten (Personenbusse)
  • guter technischer Zustand
  • Kraftstoff: Diesel
  • grüne Umweltplakette (mindestens 4, lieber 5)
  • Antrieb: unschlüssig aber wäre eigentlich eine Prämisse wert 😀

Interessant bei unserer Recherche war, dass viele Modelle unterschiedlicher Hersteller auf exakt der gleichen Karosse und dem gleichen Chassis beruhen, so beispielsweise bei Fiat/Peugeot/Citroën, Mercedes/Volkswagen/MAN/Dodge oder Opel/Renault/Nissan. Bedeutet also, dass sich die anfängliche Vielfalt auf gerade einmal fünf oder höchstens sechs Möglichkeiten begrenzt.

Markenübersicht Transporter
alle verfügbaren Marken von passenden Transportern

Basierend auf unserer Recherche nahmen wir erstmal alle auf dem Markt verfügbaren Modelle in unsere Liste auf, die ins Budget passen, und ergänzten sie wundervoll übersichtlich mit Maßen (Innen- sowie Außenmaß), Nutz- und Achslasten sowie Ladevolumen. Die Werte können je nach Modellreihe abweichen da sich die Liste auf bestimmte Modelljahre bezieht.

Hier die gesamte Liste mit allen Modellen:

Farhrzeugliste
Liste aller in Frage kommenden Modelle

Als PDF hier oder im Downloadbereich: Vanilla_Life_Fahrzeugwahl.pdf

Kategorisiert werden die Varianten bei fast allen Herstellern mit den gleichen Längen- und Höhehnbezeichnungen von L1H1 bis hin zu L5H3. Sucht man Im Netz also nach genau diesen Bezeichnungen wird man relativ schnell fündig, auch wenn man immer mal wieder über die ein oder andere herstellerspezifische Bezeichnung wie Hoch- bzw. Superhochdach, Großraum oder Maxi stößt.

Hier alle Datenblätter der Hersteller als PDF’s, die ich so aufgetrieben habe (auch nochmal im Download-Bereich zu finden):

Die PDF’s sowie die Liste zeigen natürlich nicht alle Möglichkeiten. Zwar sind alle Hersteller und Modelle von Großraumtransportern aufgeführt aber aufgenommen haben wir nur bestimmte Modellreihen (-jahre), die passen und sinnvoll sind (Stichwort Budget und Umweltplakette).

Im Projektverlauf habe ich meine Suche immer mehr eingegrenzt und konzentriere mich jetzt nur noch auf die hellgrün markierten Zeilen in unserer Liste, da diese am Besten zu meinem Plan passen. Erste Layouts hab ich zwar mit den größten Varianten angefertigt, bin jedoch ziemlich schnell zum Entschluss gekommen, dass diese im Alltagsgebrauch doch etwas zu unpraktisch sein könnten, vor allem wenn man ab und an mal einen Paketdiensttransporter in freier Wildbahn auf der Straße sieht und sich denkt »Scheiße, is das Ding riesig.«. Der beste Kompromiss zwischen Alltagstauglichkeit und Einrichtung war dann ein Modell, was doch wieder ein Mü kleiner ist. Heraus fielen demnach die ganz langen Varianten des Iveco und Sprinter.

Auch wenn ich den MB Sprinter und den Iveco Daily rein optisch favorisiere und gerade vom Sprinter aufgrund von diversen Blogs sehr angetan bin, kristallisiert sich gerade deutlich heraus, dass wohl der Fiat Ducato, der sowieso die beliebteste Ausgangsbasis für Wohnmobile darstellt, einfach objektiv das beste Maß hat. Er ist der Breiteste von allen und auch wenn 7cm mehr Breite lächerlich klingen, sind es genau die Zentimeter, die es ausmachen, dass ich mein Bett quer in den Transporter bauen kann.

Fiat Ducato Kastenwagen
vom Maß her der optimale Kastenwagen – Fiat Ducato

Auch die Länge finde ich optimal beim Ducato, passender als Sprinter und Daily. Problem beim Sprinter und Daily ist, dass der Sprung zwischen den jeweiligen Varianten zur nächstkleineren einen ganzen Meter ausmacht. Beispiel Daily: Die längste Variante (Außen 7m, Innen 4,50m) ist mir vom Handling zu unpraktisch, die nächstkleinere allerdings schon wieder zu klein für meine Pläne des Innenausbaus (Außen: 6m, Innen: 3,50m). Beim Sprinter ist es vom L3 zu L2 ähnlich.

Skizze Iveco Daily Maße
ein ganzer Meter Unterschied von L3 zu L4 beim Iveco Daily

Perfekt wäre also ein Sprinter mit L2,5. Okay… und 10cm breiter wär auch noch toll 😀 Naja, nützt ja nix. Fakt ist jedenfalls, dass der Ducato rein faktisch optimal wäre mit seinem Innenraummaß von 407cm x 187cm x 193cm. Dazu kommt, dass er auch der »kastigste« von allen ist, also nicht, wie andere Modelle, nach oben hin zu schmal wird. Richtig mit dem Gedanke anfreunden kann ich mich dennoch nicht. Ich bin Designer und lege daher sehr großen Wert auf Ästhetik, oft sogar etwas zu viel als mir lieb ist 😀


Im Laufe der Zeit und viele Recherchen weiter, bin ich deshalb auch auf anderer interessante Fahrzeugvarianten gestoßen und habe meinen Suchradius etwas erweitert.

Hier eine Übersicht der verschiedenen und sinnvollsten Varianten für einen Ausbau:

  • Kastenwagen (siehe oben)
  • Fahrgestell (Tiefrahmen) mit Kofferaufbau (neuere Food Trucks oder Paketdienstleister)
  • Integralkoffer/ Step-Van (typischer UPS-Van oder klassischer amerikanischer Food Truck)
Fahrzeugvergleich
Kastenwagen, Kofferaufbau und Step Van

Kurz zu den Vor- und Nachteilen der einzelnen Möglichkeiten:

Kastenwagen:

+ große Auswahl von guten Gebrauchten

+ besserer Wiederverkaufswert

+ beste Alltagstauglichkeit

+ Stealth-Camper (am unauffälligsten)

– geringste Breite zum Ausbau

– keine geraden Wände (nicht eckig)

– nicht sehr ansehnlich (zumindest der Fiat^^)

Beispiel Kastenwagen (Iveco Daily)
Beispiel Kastenwagen (Iveco Daily)

Kofferaufbau:

+ gerade Wände (eckig)

+ leicht (bei Koffer aus Alu in Leichtbauweise)

+ breit/geräumig

– wenige Fahrzeuge auf dem Gebrauchtmarkt

– viele Paketdienstfahrzeuge (zu heruntergewirtschaftet)

Beispiel Kofferaufbau (Mercedes Sprinter)
Beispiel Kofferaufbau (Mercedes Sprinter)

Step Van:

+ gerade Wände (eckig)

+ stylish (schöne Vintage-Optik)

+ am geräumigsten

– fast keine Fahrzeuge auf dem Gebrauchtmarkt (erst recht nicht in Deutschland)

– hoher Wartungsaufwand/-kosten (weil alt)

– Gebrauchtteile schwierig zu bekommen

amerikanischer Step Van
typischer amerikanischer Step Van
UPS-Fahrzeug
eines von vielen UPS-Modellen als Integralkoffer/ Step-In-Van

Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, dass ich optisch am liebsten einen alten Step Van möchte, technisch einen neueren Kofferwagen und preislich einen guten Kastenwagen 😀 Tja, alles nicht so einfach. Die alten Step Vans haben den unschlagbaren Vorteil der Raumeffizienz. Bei gleichem Außenmaß wie ein neuerer Kasten- oder Kofferwagen bieten sie teilweise fast einen ganzen Meter mehr Innenmaß.

Bsp.: Der Fiat Ducato misst 6,36m außen und bietet dafür 4.07m Innenraumlänge. Ich habe viele Step Vans im Netz gesehen, die bei fast identischer Außenlänge einen Innenraum von 4,80m hatten (sieht man auch sehr gut auf der Vergleichsgrafik oben). Jetzt mal unbeachtet der anderen Faktoren wäre man ja dumm, diese Effizienz nicht zu nutzen. Nur leider muss man eben auch die anderen Faktoren beachten, die da wären: alter Motor (deshalb wahrscheinlich auch die Platzersparnis) und höchstwahrscheinlich Importkosten aus Amerika um an einen guten Step Van zu kommen.

Interessant finde ich die Step Vans hauptsächlich wegen der unschlagbaren Optik, die eben was hermacht und dem größeren Platzangebot. Aber ich weiß auch, dass sie wohl mega unpraktisch wären und ich als Bürohengst absolut keinen blassen Schimmer von Kfz-Schrauberei habe.

Soviel erstmal zum Thema der Fahrzeugwahl. Ich hoffe, Ihr habt bis hierhin durchgehalten und seid gespannt, wie’s hier weitergeht und welche Karre am Ende bei mir auf dem Hof steht. Indessen beschäftige ich mich erstmal ein bisschen weiter mit den anderen Themen, davon gibt’s ja schließlich genug 😉

Im nächsten Artikel stelle ich ein paar Möglichkeiten vor, seine Ideen digital zu skizzieren.

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