02 – Die Isolierung

Wie ihr vielleicht im letzten Beitrag mitbekommen habt, kann ich nun endlich mit dem Ausbau starten. Die Basis steht, das Ding ist nackisch und man hat einen festen Stand, der sich auf dem Wellblech doch eher anfühlte wie besoffen 😀

Was war also der nächste Schritt? – Richtig, das was ohnehin schon im Beitragstitel angekündigt wurde, die Dämmung. Der Praxis eilte wie immer die Theorie weit voraus und somit hole ich hier etwas weiter aus und erzähle euch, wie und mit was eigentlich gedämmt wird.

Das Dämmmaterial

Zu allererst stand natürlich die Frage nach einem geeigneten Dämmmaterial im Raum. Nach unzähligen Erfahrungsberichten, allesamt amerikanisch, musste ich feststellen, dass sich die Wetterverhältnisse und demnach auch die Bedürfnisse nicht wirklich pauschalisieren lassen. Die Wahl der meisten Busumbauer fiel letztendlich auf das recht kostenintensive Ausschäumen des gesamten Busses mittels einer Spühschaumdämmung. Diese Variante ist sogleich die teuerste als auch aufwändigste aller. Ich bestreite nicht, dass sie effektiv ist, habe aber für mich entschieden, dass mir der Aufwand im Verhältnis einfach zu hoch scheint.

Im Gegensatz zu den Busbesitzern, entscheidet sich der überwiegende Teil der Van-Besitzer für Armaflex. Armaflex ist ein Eigenname einer Dämmschaummatte der Firma Armacell und offenbar die erste Wahl wenn man sich für diese Methode der Innenraumdämmung entscheidet. Verfügbar ist Armaflex in diversen Stärken sowie in selbst- und nichtselbstklebender Ausführung. Zwar ist die nichtklebende Ausführung ein wenig günstiger aber ausgeglichen wird das durch den extra zu bestellenden Kleber, der dafür Verwendung findet (Hier geht’s zum Kleber). Meine Wahl wäre in diesem Fall immer die selbstklebende Matte. Auch wenn ich mich letztendlich für eine andere Methode der Isolierung entschied, hatte ich die Gelegenheit, Armaflex zu testen da ich einen Karton (6qm) in einer früheren Phase meiner Planung bereits geschenkt bekommen habe. Um ein wenig voranzukommen und nicht zu langweilen, hier die Kurzfassung:

  • super zu verarbeiten
  • super Dämmwert
  • ziemlich teuer

Der letzte Punkt war schließlich auch der ausschlaggebende um mich dagegen zu entscheiden. Für meine Fläche (etwa 30qm mit Decke, Seiten und Boden) und den gewünschten Dämmwert (32mm starkes Armaflex) hätte ich demnach etwa 650 € bezahlen müssen – War mir einfach zu fett. Für kleinere Flächen ist es absolut sinnvoll und einfach zu verarbeiten aber nicht in dem Ausmaß 😀 Ich entschied mich letztendlich, nur meine freien Radkästen mit der Matte zu dämmen, die ich ohnehin da hatte (19mm starkes Armaflex)

Hier das Ergebnis der Radkästen:

Armaflex
Isolierung der Radkästen mit 19mm-starkem Armaflex

Meine Wahl

…fiel zu guter letzt auf PUR-Dämmplatten (Polyurethan). Diese haben im Gegensatz zu anderen Materialien einen hervorragenden Dämmwert weil sie sehr feinporig, also dicht, sind. Eine Übersicht der gängigsten Dämmmaterialen neben PUR findet ihr hier:

  • EPS (Polystyrol-Hartschaum– besser bekannt als Styropor)
  • XPS (extrudierter Polystrol-Hartschaum – besser bekannt als Styrodur)
  • PUR (Polyurethan – meine Wahl)
  • Dämmwolle (z.B. Stein- oder Glaswolle)
  • Holzfaserdämmung
  • Hanf-, Flachsdämmung

Eine gute Zusammenfassung der Eigenschaften aller Dämmstoffe findet ihr hier: Übersicht. Natürlich gibt es noch unzählige weitere Methoden der Isolierung, diese sind aus meiner Sicht allerdings die üblichsten. Unterteilen kann man die Materialien grundlegend in nachhaltig/ökologisch (letzten drei Listenpunkte) und synthetische Baustoffe (ersten drei Listenpunkte).

Zurück zum Projekt:

Konkret bestellt und verwendet habe ich am Ende alukaschierte PUR-Dämmplatten der Firma Kingspan mit einer Dicke von 30mm. Diese ließen sich super einfach verarbeiten, waren leicht, hatten einen super Dämmwert und waren wasserabweisend. Zudem bin ich mit 4 Paketen á 10 Platten (600x1200mm) und einem Preis von insgesamt 280,- € günstig weggekommen, wie ich finde 😉 Da die Platten nur paketweise zu bestellen waren, hatte ich mit knappen 30qm auch noch Puffer.

Hier ein Link zu den Platten und einem Onlineshop, der sie vertreibt. (Ich persönlich habe sie in einem regionalem Baustoffhandel gekauft und direkt abgeholt.)

Workflow

Grundsätzlich ließen sich die Platten super verarbeiten, man konnte sie einfach zurechtschneiden mit einem Cutter oder später auch mit der Handstichsäge 😀 Das eigentlich Schwierige an diesem Dämmprozess war nur der ganze Bauschaum. Diesen habe ich verwendet um die Platten an den Seiten sowie über Kopf zu befestigen und alle entstandenen Fugen/Lücken zu dichten, um wirklich am Ende eine geschlossene Dämmschicht zu erhalten. Der Fairness wegen müsste ich hier vielleicht sagen, dass ich ab und an zu übertriebenen Perfektionismus neige 😀

Rückblickend war das Dämmen der Decke und Seiten echt der beschissenste Job im ganzen Abschnitt, einfach aufgrund mangelnder Schwerkraft und dem daraus resultierenden inflationären Einsatz von Bauschaum 😀 Inzwischen kann ich Bauschaum schon nicht mehr sehen und scheue jeglichen Kontakt mit ihm 😀 Nach über 50 verarbeiteten Dosen und dutzenden Versuchen, das Zeug von der Haut zu bekommen aber völlig verständlich oder? Im Übrigen habe ich allerdings auch noch einen Vorrat von etwa 10 Dosen davon über, der mich tagtäglich und hinterlistig angrinst wenn ich die Werkstatt betrete 😀

Leicht von der Hand ging letztendlich nur der Boden da dort die Schwerkraft unser Freund war. Dank ordentlicher Kasettenlattung, war es ein Leichtes, die Platten dort maßgeschneidert einzupassen.

Zu guter letzt entschied ich mich noch dazu, alle Fugen sowie Holzrahmen mit Alutape zu bekleben, um auch hier wieder eine professionell geschlossene Schicht bzw. Nässebrücke zu erhalten. Das Endergebnis sah dann so aus:

Natürlich habe ich auch von diesem Bauprozess ein Video erstellt. Komfortabel zusammengefasst in einer winzigen Minute, hier das ganze Spektakel also auch in Motion. Ist übrigens mit Ton 😉 Viel Spaß dabei!

Und abschließend, wie auch im letzten Beitrag schon etabliert, hier noch meine Liste aller verwendeten Materialien inkl. Links:

Was ich nicht hatte, mir aber definitiv kaufen würde, würde ich nochmal mit Bauschaum arbeiten müssen: 😀

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und seid weiterhin gespannt, wie’s weitergeht. Bis dahin. Bye!

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