Grobe Planung – Was will ich?

Wie bereits erwähnt, war der Plan anfangs noch, einen gemeinsamen Urlaubscamper auszubauen um 1-2 mal im Jahr damit das Festland unsicher zu machen. Da ich mich aber ziemlich schnell in das Projekt verliebt habe und mir das einfach zu lahm war, fasste ich den Enschluss, mir meinen eigenen Van auszubauen und gleich komplett einzuziehen 😉 Einfacher hat diese Entscheidung das Projekt nicht unbedingt gemacht, wie Du Dir sicher denken kannst 😀

Viele, viele Fragen, die es zu klären gibt…

  • Was brauche ich zum Leben und wieviel davon?
  • Ab wieviel Platz wird’s »wohnlich«? Wird es überhaupt wohnlich?
  • Welche Fahrzeuge eignen sich?
  • Welcher Antrieb wäre die beste Wahl?
  • Wie ist das mit Strom und Wasser?
  • Welche Energiequellen kommen in Frage?
  • Wo werde ich nachts stehen?
  • Welche Geräte brauche ich im Alltag?
Aufzeichnungen und Brainstorming
Gewicht, Kosten, Möglichkeiten – Überlegungen in sämtliche Richtungen

Antworten auf meine Fragen habe ich sowohl in mir selbst, im Internet und in vielen Gesprächen mit Freunden und Familie gesucht. Bei letzterem fiel mir auf, dass die meisten sich meinen Plan einfach nicht vorstellen konnten. Immer wieder sah ich eine Mischung aus Unverständnis, Verwunderung, Verblüffung aber auch Anerkennung und Respekt für einen derartigen Plan. Den typischen Aussagen wie »Das geht doch nicht. Du brauchst doch eine feste Wohnung mit Strom, Briefkasten, Wasser usw.« entgegnete ich meist mit der Aussage, dass es nicht darum geht, auf irgendeinen Luxus so einer Wohnung zu verzichten – Im Gegenteil, es geht vielmehr darum, den momentanen Luxus noch zu steigern. Dafür muss man sich allerdings etwas lösen von eingefahrenen konservativen Denkweisen und natürlich auch mein Verständnis von »Luxus« teilen.

Natürlich definiert »Luxus« jeder anders, für mich ist Luxus in allererster Linie Freiheit – frei sein von Abhängigkeiten wie Geld, Ort und Denkweisen. Dazu kommt, dass ich auch Leben auf kleinsten Raum an sich, offenbar entgegen der Meinung der meisten Menschen, nicht als Einschränkung sondern eher als Bereicherung sehe – Ich muss weniger putzen (und wer mag das schon?^^), hab alles in Griffreichweite, nicht weniger Luxus und spare haufenweise Kohle durch Miete (Und ja, natürlich kostet der Van-Ausbau auch einiges aber dazu später noch Details).

Ich liebe alles, was sich um’s Thema Tiny Living dreht und verfolge die Bewegung, die in Amerika startete und mittlerweile auch hier angekommen ist, schon lange. Zudem mag ich auch unkonventionelle Lebensmodelle, einfach so weil’s anders ist 😀 Alles zusammengefasst, kann man sich jetzt vielleicht vorstellen, weshalb ich mich in diesen Projekt so verliebt habe.

Zusammenfassung meiner Motivation:

  • Ich liebe es klein und effizient.
  • Ich liebe DIY-Bauprojekte und Herausforderungen.
  • Ich bin gern außergewöhnlich und erweitere gern meinen sowie andere Horizonte.
  • Unabhängigkeit vom Ort
  • Unabhängigkeit von Geld (Miete, Strom)
  • Ich reise gern.

Im Grunde sehe ich keine echten Nachteile, obwohl man die sicherlich erst erkennt, wenn man dann wirklich im Van wohnt. Natürlich könnten diese dann auch so groß sein, dass ich am Ende sage »Meine Fresse, das hab ich mir echt besser vorgestellt, das ist ja der reine Horror hier.« aber mein Gott, sich wieder eine Wohnung zu suchen, ist ja nun echt kein Problem und den fertigen Umbau zu verkaufen auch nicht (laut Recherche sogar sehr gewinnbringend weil sowas gerade echt gefragt ist, wenn es gut gemacht wurde).

Von daher mache ich mir doch lieber Gedanken über die echten Probleme wie z.B. »Ist es wirklich möglich, komplett autark und komfortabel in einem Van zu leben?«.

Dazu gehören Fragen wie diese:

  • Kann ich genug Strom erzeugen?
  • Gibt es alle Geräte für meine Vorstellung?
  • Wie groß müssen die Wassertanks sein? (Natürlich kann man hier nicht komplett autark sein aber zumindest mehrere Tage um wieder Aufzufüllen bzw. Auszuleeren.)
  • Wo entsorge ich Abwasser und Müll?
  • Wo tanke ich meinen Frischwassertank wieder auf und wie teuer ist sowas?
  • Kann man einen Van überhaupt so isolieren und heizen um auch im Winter keine Abstriche machen zu müssen?
  • Wie ist das mit Post und Adresse?
  • Was ist bei der Toilette zu beachten?
  • Wie ist das mit Duschen? (Dichtigkeit etc.)
  • Wie schwer wird das Fahrzeug am Ende? (Voraussetzung ist ein normaler Führerschein der Klasse B mit maximal 3,5t Gesamtgewicht)

Eine elementare Frage, die einem von Anfang an immer wieder begegnet ist natürlich auch die Frage der Kosten des finalen Fahrzeugs und wie man dieses finanziert aber dazu werde ich wohl lieber einen separaten Artikel später verfassen 😉

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick meiner Gedanken zum Van-Projekt geben. Fakt ist jedenfalls, dass es weder einfach, schnell noch günstig wird 😀 Im Laufe der Planung stellt man fest, dass ein derartiger Plan schon Dimensionen eines Eigenheimbaus erreicht, nur eben auf begrenzterem Raum (was es übrigens nicht unbedingt leichter macht).

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