Das finale Van-Layout

Wie Ihr vielleicht im vorigen Artikel gelesen habt, sind schnell mehrere Layout-Varianten entstanden, von denen sich letztendlich eine als Favorit durchgesetzt hat 😉

Es ist eine Weiterentwicklung und Optimierung meines ersten Entwurfs, der mir auf Anhieb so gefiel weil er sehr offen, weitläufig und funktional war. Auch wenn es auf dem Bild durch die perspektivische Darstellung nicht so scheint, beide Modelle haben die gleiche Innenraumlänge 😉

Modellvergleich
Vergleich der Modelle

Optimiert wurde u.a.:

  • Bett quer statt längs (nur bei breiten Fahrzeugen möglich, mindestens Fiat Ducato)
  • Bad neu konzipiert
  • mehr Stauraum
  • Plan erweitert mit Wassertanks, Elektrik, allen Geräten
  • Details hinzugefügt und ausgearbeitet (Designer und so :D)
  • Maße genauer (Fiat Ducato als Basis)

Hier also mein finaler Innenraum-Grundriss (oder zumindest mein momentaner Favorit^^):

 

Das interaktive Modell (ohne Materialen weil zu groß 😉 seht ihr hier oder findet es auch in meinem SketchUp-3DWarehouse-Profil: Meine SketchUp-Modelle im 3DWarehouse.

Geplant ist nun also eine Nasszelle über die gesamte Fahrzeugbreite am Ende des Transporters und den Einbau des Bettes als Quervariante. Es gibt einige Details, die zwar in meiner Wunschvorstellung wunderbar aussehen und funktionieren, bei denen ich mir allerdings ziemlich unsicher bin, ob ich es auch so umsetzen kann wie geplant. Zwar liebe ich derartig große DIY-Projekte und das Arbeiten mit Holz, allerdings kommt man als Laie doch irgendwann an seine Grenzen der Machbarkeit, spätestens wenn einem das Profiwerkzeug fehlt. Aber so what, der Zeitpunkt ist noch viel zu früh um sich über solche Lächerlichkeiten den Kopf zu zerbrechen 😀  Ich zeig euch so weit erst einmal meine Wunschvorstellung.


Die Details:

Zu allererst möchte ich euch meine Allzweckwaffe vorstellen, auf der vieles im Van basieren soll: Das Schienensystem mit Multifunktionstisch. Geplant ist, im Boden eine Schiene zu verbauen, welche es mir ermöglicht, meinen Tisch einfach und multifunktional zu nutzen und bei Bedarf auch andere modulare Elemente mit der Schiene zu kombinieren. Die Schiene an sich hat eigentlich nur den Sinn, Dinge von A nach B zu schieben ohne umständlich etwas umbauen zu müssen wie es in den meisten Conversions, meiner Meinung nach, der Fall ist.

Der Tisch hingegen kann etwas mehr und soll mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen: Er soll, je nach Bedarf, als Esstisch im vorderen Teil des Vans, als Couchtisch hinten, als Erweiterung meiner Sitzgruppe oder des Schlafplatzes dienen. Um das zu gewährleisten, müsste er folgende Dinge erfüllen:

  • auf Schiene verschiebbar
  • höhenverstellbar (z.B. durch eine Teleskopstange)
  • drehbar (z.B. durch eine Drekonsole zwischen Fuß und Platte)
  • abklappbar/erweiterbar zu zwei Richtungen

Quergedreht ist er so konzipiert, dass er gerade so in den fast 90cm-breiten Mittelgang passt und auch so durch den kompletten Van verschoben werden kann (längs sowieso, denn da ist er schmaler). Diese Breite ist nötig, um ihn als Sitzbankerweiterung oder Esstisch zu nutzen.

Die Möglichkeit, ihn an zwei gegenüberliegenden Seiten abzuklappen bzw. zu erweitern, macht ihn zum perfekten Arbeits-, Couch- und Esstisch und hält die Möglichkeit bereit, ihn im heruntergelassenen Zustand zudem als Unterkonstruktion eines weiteren Schlafplatzes zu nutzen (klingt vielleicht etwas verwirrend alles aber deshalb gibt’s hier ja genug Bilder ;))

Mir ist klar, dass ein solcher Plan erst noch gründlich auf Machbarkeit geprüft werden und ich am Ende vielleicht einige Abstriche machen muss aber grundsätzlich sehe ich nicht, dass ein solches System nicht funktionieren könnte. Das größte Problem dabei wird wohl, genügend Seitenstabilität zu gewährleisten bei nur einer einzigen Schiene. Sollte sich später herausstellen, dass das nicht gegeben ist, wird es eben eine Doppelschiene auf dem Boden und ein T-Fuß für Tisch 😉


Der Essbereich liegt eigentlich mitten in der Küche, soll allerdings durch die Fahrerkabine erweitert werden indem die Sitze eine Drehkonsole untergebaut bekommen. Der Multifunktionstisch fungiert hier als Esstisch in hoher Position, halbseitig abgeklappt und in Fahrtlängsrichtung 😉


Die Küche im vorderen Bereich gegenüber der Seitentür soll voll ausgestattet sein mit Kühlschrank, Herd-/Ofen-/Mikrowellen-/Grill-Kombi, Spüle, zwei Induktionskochfeldern, Müllschrank sowie ausreichend Stauraum für Geschirr, Besteck und Küchenutensilien. Um  Wohn-/Essbereich von der Küche zu trennen, möchte ich gern eine abklappbare Arbeitplatte einbauen, die die Küche bei Bedarf zur L-Form erweitert und bei heruntergelassenen Bett gleichzeitig als Ablage dient. Meine Küche soll zudem ein großes Fenster über die gesamte Zeile bekommen, welches so breit ist wie die gegenüberliegende Schiebetür.


Der Wohnbereich meines Traumcampers besteht aus zwei, sich gegenüberliegenden Sitzbänken, dem Fernseher, wenn er denn in den Wohnbereich gedreht wurde 😉 und meinem Multifunktionstisch, der entweder als Couchtisch fungiert oder die Sitzecke zum U erweitert (quer zur Fahrtrichtung, abgesenkt und beidseitig abgeklappt). Geplant ist eine Polsterung, die eine gemütliche Sofalandschaft schafft aber bei Bedarf auch abnehmbar ist und verstaut werden kann. Das wird z.B. nötig um das Bett in die unterste Schlafposition zu fahren. Zusätzliche Polsterkissen für die Erweiterung mittels Multifunktionstisch würden das Ganze abrunden, allerdings auch wertvollen Stauraum rauben).


Das Badezimmer im hinteren Teil des Wagens soll durch eine Schiebetür vom Wohnbereich getrennt sein, der Duschkopf soll einen langen Schlauch bekommen um ihn auch leicht als Außendusche zu nutzen (z.B. mit einer Duschkopfhalterung an der Hecktür). Genau gegenüber der Duschwanne soll die Toilette sitzen, dessen Fäkalientank man einfach an der Hecktür entnehmen kann ohne ein zusäzliches Fenster in die Außenkarosse sägen zu müssen (Stichwort »Stealth Camper«). Optisch würde ich mich freuen, das bad komplett fließen zu können, schwarze Schieferplatten auf dem Boden, weiße Kacheln an den Wänden/Türen.

Bad mit geschlossener Schiebetür
Bad mit geschlossener Schiebetür

Der Schlafbereich: Wie bereits erwähnt, ist hier ein Hubbett geplant, welches elektrisch bis unter die Decke zu fahren ist. Hier nochmal der Link zum Liftsystem, der auch im Artikel »Erste 3D-Modelle des Innenraums« zu finden ist: Der Bettlift von Happijac.

Der Plan ist, das Bett tagsüber samt untergebauten Schränken, Unterkonstruktion, Matratze sowie Bettzeug bis an die Decke zu fahren um den Bereich darunter als Wohn-/Sitzecke zu nutzen. Je nach Bedarf kann das Bett dann zum Schlafen entweder ganz oder nur halb herabgelassen werden, abhängig davon, ob Gäste zu Besuch sind oder man das Motorrad dabei hat.

Bei ganz herabgelassener Schlafposition sitzen die Unterbauschränke unten exakt auf den darunterliegenden Sitzbänken auf und die Matratze schließt oben bündig mit der Küchenzeile ab, die dann gleichzeitig als Ablagemöglichkeit für z.B. Handy oder Wecker dient. Fährt man das Bett nur halb hoch, gibt es die Möglichkeit, entweder mittels längs gedrehten, abgesenkten Tisch weitere Schlafplätze oder ohne Tisch im hinteren Bereich genug Stauraum für ein Motorrad zu schaffen (schaut euch einfach die Bilder an :D). Beim Schaffen von einer weiteren Schlafmöglichkeit für Gäste ist noch zu überlegen, wie die Matratze aussehen könnte (vorzugsweise einfach die vorhandenen Sofapolster als Matratze nutzen).


Stauraum: Um alles unterzubringen, was man eben so braucht zum Leben (Klamotten, Küchenutensilien, Spiele, Accessoires, Equipment, Hygieneartikel etc.) habe ich versucht, neben allen notwendigen Installationen und Geräten, so viel Extra-Stauraum wie möglich zu schaffen. Darunter zählt beispielsweise ein großer Kleiderschrank, ein Staufach als Alkove über den Fahrersitzen, Hängeschränke sowie Stauraum unter den Sitzbänken. Der Kleiderschrank soll zweigeteilt sein, der untere Teil erreichbar vom Sofa aus und der Bereich über der Küchenzeile erreichbar von vorn.


Die nötigen Installationen für Elektro und Wasser rauben leider sehr viel Stauraum, sind aber für ein Leben im Van unabdingbar. Geplant habe ich momentan mit einem Frischwasservolumen von etwa 300 Litern, verteilt auf zwei Tanks und ebenso großen Abwassertank, welcher Unterflur verbaut werden soll. Die Elektrik basiert auf einer Solaranlage mit Panels auf dem Dach, Batterien sowie allen benötigten Elektrogeräten. Genaueres zu den Installationen erfahrt Ihr in einem gesonderten Beitrag. Zudem soll mein Van eine Heizung, Boiler (oder ein Kombigerät) sowie eine Waschmaschine mit integrierter Schleuderfunktion verbaut bekommen. Die Herausforderung bei diesen ganzen Komponenten ist, alles ins Gesamtgewicht von max. 3,5 t zu bekommen, Stellschrauben wären z.B. die riesigen Wassertanks.

Soweit erstmal zu meinem Plan. Ihr habt jetzt ziemlich viel gesehen und gelesen und werdet euch sicher an der ein oder anderen Stelle fragen, wie ich das beim besten Willen realisieren will… und ja, da geht es mir keinen Deut besser 😀 Auch ich habe viele Fragen und durchaus Zweifel bei so manchen Details. Zwar hatte ich bisher schon kleinere DIY-Bauprojekte und liebe Herausforderungen aber auch mir macht noch einiges Bauchschmerzen und sicherlich werde ich im Laufe des Bauprozesses des öfteren feststellen müssen, dass meine Wunschvorstellung nicht ganz im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt, was das Equipment und auch das Know-How angeht. Beispiele dafür wären z.B. mein Schienensystem, die Schiebetür, Spaltmaße, Verkleidungen, die Bettkonstruktion oder das Rohrleitungssystem.

Ich gebe einfach mein Bestes und hoffe, das reicht um am Ende stolz und zufrieden auf mein Projekt zurückblicken zu können. In diesem Sinne, bleibt dran 😉

Im nächsten Artikel bin ich mit meinem Van schon das erste mal auf der Straße 😀

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