Wieviel kostet eigentlich so ein US-Import?

Hier der angekündigte Beitrag zum Thema US-Import.

Nach monatelanger Recherche von Verschiffungs-, Zoll- und sonstigen Kosten, war ich längst viel zu verliebt in die Idee, so ein gelbes Schmuckstück auszubauen als dass ich aus rein rationalen Gründen wieder zum alten Plan zurückzuspringen hätte können 😀 Die rationalen Gründe, die letztendlich gegen einen derartigen US-Import sprechen sind immens und möchte ich nachfolgend kurz darlegen.

verschiedene Modelle von Short Buses
verschiedene Modelle von Short Buses

Beispiel-Kalkulation:

Einen dieser Busse in gutem Zustand mit akzeptabler Laufleistung bekommt man schon für etwa 3.000€, absolut kein Vergleich mit Konditionen hierzulande. Jetzt allerdings der Haken, okay… eigentlich sind es etliche Haken auf einmal:

  1. An preiswerte Busse kommt man meist nur, wenn man nicht beim Händler sondern direkt an der Quelle kauft. Dazu gibt es diverse Anlaufstellen wie Regierungsauktionen oder Auktionen von Schulbezirken, aber um dort mitbieten zu können, muss man eben spontan vor Ort sein um zu steigern, den Bus vorher auch zu begutachten und ihn direkt danach auch abzuholen.
  2. Transport des Busses zum Frachthafen: etwa 500€ (je nach Entfernung zum Hafen)
  3. Die Verschiffung kalkulierte ich anfangs noch mit etwa 2.000€ für einen ganzen Container, wurde aber Monate später eines Besseren belehrt und musste feststellen, dass diese Busse zu breit sind für einen Schiffscontainer. Um genau zu sein, machen lächerliche 9cm nach dieser Erkenntnis einen Preisunterschied von etwa 2.500€ aus. Das ganze nennt sich sich dann auch streng genommen nicht mehr Containerverschiffung sondern »Break Bulk« und bedeutet sinngemäß soviel wie »Freigut«. Summa Summarum also 4.500€ nur für die Fahrt über den Altlantik.
  4. Zu Kaufpreis + Verschiffung kommen 17% Zoll und 19% Einfuhrumsatzsteuer ( bei meinem Beispiel also 2.700€).
  5. Weiter geht’s mit erneuten Transportkosten nach Hause oder zur Werkstatt, die jetzt den TÜV vorbereiten sollte – 500€
  6. Umbauten und Vollabnahme gemäß §21: Jetzt wird’s kurios: Sollten irgendwo in Deutschland bereits Datenblätter zum importierten Modell vorhanden sein (z.B. in Datenbanken von TÜV Süd, Nord, Dekra usw.), kommt man mit 2.000€ für die gesamte Abnahme recht günstig weg. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein (was nicht unwahrscheinlich ist bei diesen Exoten), kann die Neumessung sämtlicher Werte und die finale Abnahme auch locker und ungelogen bis zu 15.000€ kosten.
Zusammengefasst landet man also bei einem 3.000€-Bus am Ende bei etwa 13.000€ nur um exakt den gleichen Bus aus Amerika hier nutzen zu können wie drüben 😀 Irre, oder? Vielleicht könnt ihr euch daran erinnern als ich im letzten Beitrag von »frustrierenden Momenten« redete – Das ist so einer 😀

Es bleibt also spannend 😉

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sven sagt:

    Sehr informativ. So kann man sich mal einen Eindruck davon machen, was tatsächlich noch an Kosten auf einen zukommen würden. Vielen Dank dafür.

    1. vanother sagt:

      Hallo Sven. Danke für dein Interesse und den Kommentar 😉 Und ja, eine sehr ärgerliche Angelegenheit wenn man die Preise drüben in Amerika einmal kennt und neue Angebote beobachtet, aber einfach nicht ran kommt :/ 😀

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